Freiarbeit

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Die Freiarbeit wird in unserem Schulprogramm unter Punkt 3.3.3 beschrieben (Stand: 18.05.2008). Leiterin des Arbeitskreises Freiarbeit ist Frau Stührenberg.

Den Freiarbeitsklassen stehen zehn Notebooks für die Arbeit im Unterricht zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

Schulprogramm

"3.3.3 Freiarbeit Freiarbeit ist ein pädagogisches Unterrichtsprinzip mit dem Ziel der individuellen Schulung der Leistungsfähigkeit des Lernenden. Dabei sollen insbesondere seine Selbstständigkeit und seine Eigenverantwortung gefördert werden. Dieses Prinzip wurde ursprünglich zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Maria Montessori entwickelt und im Laufe der Jahre für Grund- und weiterführende Schulen verändert. Am Adolfinum bildet die Beschäftigung mit Inhalten der in der jeweiligen Jahrgangsstufe unterrichteten Fächer einen Schwerpunkt der Freiarbeit. Das dafür notwendige Arbeitsmaterial stellen die Fachlehrer zur Verfügung; es ist unterrichtsbegleitend oder führt über den Unterrichtsstoff hinaus. Deshalb dient es zum Nachvollziehen und Üben, bietet dem Schüler aber auch Möglichkeiten, über den Unterricht hinausgehende Aspekte zu erarbeiten und persönliche Schwerpunkte zu pflegen. In den Freiarbeitsstunden ist der Schüler innerhalb eines vorgegebenen Rahmens frei in der Wahl des Materials innerhalb des gewählten Faches, der Sozialform und des Zeitrahmens, in dem er das Material bearbeitet. Die fertige Arbeit lässt er vom Lehrer kontrollieren, über seine erledigten Arbeiten führt er ein Protokoll. Ab der JS 6 arbeiten die Schüler in den Freiarbeitsstunden auch an kleineren Projekten, in der JS 8 an einem größeren Projekt. Über den inhaltlichen Schwerpunkt hinaus bilden das Einüben und Verbessern verschiedener Arbeitstechniken und der systematische Aufbau einer eigenständigen Arbeitsorganisation einen Schwerpunkt der Freiarbeit. Beide Aspekte sind zeitlich festgelegt über die verschiedenen Jahrgangsstufen in die Freiarbeitsstunden integriert. Sie sind als Grundlage der erfolgreichen Freiarbeit nötig, die mit fortschreitenden Jahrgangsstufen auch in ihren Ansprüchen komplexer wird. Im Stundenplan der FA – Klassen sind in den JS 5 – 7 jeweils zwei Doppelstunden. in der JS 8 (G8) eine Doppelstunde Freiarbeit ausgewiesen. Die dafür nötigen Stunden ergeben sich, weil die beteiligten Fächer im Wechsel eine Stunde ihres Fachunterrichts in die Freiarbeit investieren. Die Freiarbeit selbst wird nicht benotet, und die Arbeitsergebnisse werden auch nicht den einzelnen Fächer zugerechnet. Anstelle von Zeugnisnoten erhalten die Schüler zusätzlich zu ihren üblichen Zeugnissen ein Gutachten über ihr Arbeits- und Sozialverhalten während der Freiarbeit."

Arbeitskreis Freiarbeit

An unserer Schule haben wir im Jahr 2001 die Freiarbeit eingeführt, und sie wird seit der Zeit als eines der Eingangsprofile am Gymnasium Adolfinum angeboten.

Freiarbeit ist eine Form des offenen Unterrichts. Das Kind wählt aus einer vorbereiteten Lernumgebung bestimmte Materialien aus und bearbeitet diese. Struktur erhält die Unterrichtssituation durch vereinbarte Verhaltensregeln. Das individuelle fachliche und überfachliche Lerninteresse des Kindes bestimmt dabei schwerpunktmäßig das Lerngeschehen, was sich positiv auf die Motivation der Schülerinnen und Schüler für den Unterricht auswirkt.

Unsere Ziele

Wir am Gymnasium Adolfinum verstehen unter Freiarbeit ein pädagogisches Unterrichtsprinzip, mit dem wir fünf wesentliche Ziele verfolgen. Die Schülerinnen/ die Schüler …

  1. verfestigen durch Üben und Wiederholen ihre inhaltsbezogenen Kompetenzen in den einzelnen Unterrichtsfächern.
  2. vertiefen und erweitern ihre Fachkompetenz durch die Auseinandersetzung mit Themen, die über den Fachunterricht hinausweisen.
  3. erwerben durch die reflektierte Arbeit mit unterschiedlichsten Arbeitstechniken Methoden- und Medienkompetenz.
  4. stärken durch selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten ihre Selbstkompetenz.
  5. üben soziale Kompetenzen durch die Arbeit mit einem Partner oder in der Gruppe ein.

Viele Schülerinnen und Schülern bringen aus den Grundschulen bereits Vorerfahrungen in der Freiarbeit und anderen Formen des selbstständigen Lernens mit und haben dort Kompetenzen erworben, die wir gern aufgreifen und weiterentwickeln möchten. Solche Erfahrungen sind aber keineswegs Voraussetzungen, um mit Gewinn an der Freiarbeit am Adolfinum teilnehmen zu können. Bis zum Beginn der „üblichen“ Freiarbeit um die Herbstferien herum erlernen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Klassenlehrern zunächst alle für die Freiarbeit notwendigen Grundlagen.

Unsere Unterrichtsorganisation

Die Jahrgangsstufen 5 bis 7 haben jeweils zwei Doppelstunden und die Jahrgangsstufe 8 eine Doppelstunde Freiarbeit pro Woche. Diese werden jeweils von einem der beiden Klassenlehrer betreut (in Jahrgangsstufe 8 dementsprechend von einem der beiden Klassenlehrer). Der gesamte übrige Unterricht verläuft wie in allen anderen Klassen auch. Die für die Freiarbeit nötigen Stunden steuern im Wesentlichen die beteiligten Fächer (Biologie, Deutsch, Englisch, Erdkunde, Mathematik, Physik, Politik) bei, indem sie im Wechsel jeweils für die Dauer eines Schuljahres oder eines Halbjahres eine Stunde ihres Fachunterrichts für die Freiarbeit zur Verfügung stellen.

Während der Freiarbeitsstunden können die Schülerinnen und Schüler frei arbeiten, was bedeutet, dass sie innerhalb eines vorgegebenen Rahmens in dieser Zeit bezogen auf ihre Arbeit frei sind in der Wahl

  • des Faches,
  • des Themas innerhalb des Faches,
  • des Materials,
  • des Orts (i.d.R. der Klassenraum),
  • der Sozialform (Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit – i.d.R. bedingt durch die Aufgabenstellung),
  • und der Bearbeitungsdauer.

Während des Arbeitsprozesses können die Schülerinnen und Schüler Hilfestellungen und Hinweise für ihre Arbeit einholen. Die Schülerinnen und Schüler überprüfen entweder eigenständig oder vom Lehrer angeleitet ihre Arbeitsergebnisse und überarbeiten sie. Anschließend protokollieren sie, woran sie während der Freiarbeitsstunden gearbeitet haben und der Lehrer unterzeichnet das Protokoll zum Beleg, dass die angefertigten Arbeiten vollständig erledigt sind.

Unser Freiarbeitsmaterial

Am Gymnasium Adolfinum bildet die Beschäftigung mit Inhalten der Fächer, die in der jeweiligen Jahrgangsstufe unterrichtetet werden, einen Schwerpunkt der Freiarbeit. Das dafür notwendige, für die Freiarbeit speziell zugeschnittene Arbeitsmaterial stellen die jeweiligen Fachlehrer zur Verfügung. Es ist unterrichtsbegleitend oder führt über den Unterrichtsstoff hinaus. Deshalb dient es zum Üben und zum Nachvollziehen (z. B. auf eine anstehende Klassenarbeit hin), bietet den Schülern aber auch Möglichkeiten, über den Unterricht hinausgehende Aspekte zu erarbeiten sowie persönliche fachliche Interessen zu vertiefen oder noch vorhandene eigene Defizite zu bearbeiten.

Ab der Jahrgangsstufe 6 arbeiten die Schüler in den Freiarbeitsstunden auch an kleineren und mit zunehmendem Alter an größer werdenden Projekten. Beispiele für Projekte sind „Rund ums Geld“ (Jahrgangsstufe 6), „Wüstenprojekt“ (Jahrgangsstufe 7), „Reiseführer Alpen“ (Jahrgangsstufe 8), „Verantwortungsbewusster Umgang mit Nahrung und Ernährung“ (Jahrgangsstufe 8).

Unsere Reader

Zusätzlich zu dem inhaltlichen Schwerpunkt bildet der systematische Aufbau verschiedener Arbeitstechniken und einer eigenständigen Arbeitsorganisation einen Schwerpunkt der Freiarbeit. Dies geschieht anhand von Readern in den Jahrgangsstufe 5 – 8, deren Erarbeitung zeitlich festgelegt und unter Anleitung der Klassenlehrer verpflichtend in die Freiarbeitsstunden integriert ist.

Beispiele zur Entwicklung der Medienkompetenz: Umgang mit dem Wörterbuch (Jahrgangsstufe 5), Umgang mit Word (Formatieren) (Jahrgangsstufe 6), Verschicken von E-Mails mit Anhang und Dateiorganisation auf dem PC (Jahrgangsstufe 6), Umgang mit PowerPoint (Jahrgangsstufe 7).

Beispiele zur Entwicklung von Methodenkompetenz: 5-Schritt-Lesemethode (Jahrgangsstufe 6), Einführung in die Gruppenarbeit (Jahrgangsstufe 6), Erstellen eines Referates (Jahrgangsstufe 7).

Unsere Bewertung der Freiarbeit für die Schüler

Die Freiarbeit selbst wird nicht benotet und die Arbeitsergebnisse werden auch nicht den einzelnen Fächern zugerechnet. Vielmehr erhalten die Schüler zusätzlich zu ihren üblichen Zeugnissen ein Freiarbeitsgutachten, das anhand von festgelegten Kriterien Aufschluss über ihren Einsatz und ihre Ergebnisse in der Freiarbeit sowie über ihr Zusammenwirken mit anderen Mitschülern gibt.

Text: Anne Stührenberg, Übernahme von der Adolfinum Website (2013)