Leitsätze

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Leitsätze unseres neuen Schulprogramms 2008

1. Unsere Schule kümmert sich um ihre Schülerinnen und Schüler

2. Unsere Schule unterrichtet und erzieht

3. Unsere Schule trägt als Teil der Gesellschaft Verantwortung

4. Unsere Schule entwickelt sich, bewahrt, innoviert und experimentiert

Schulprogramm des Gymnasium Adolfinum, Moers (Stand: 19.05.2008) Teil 1: Präambel Seite 1 von 3

  • 1 Präambel*

Als der Namensgeber unserer Schule, Graf Adolf zu Neuenahr und Moers, im Jahre 1582 die Gründung einer “schola illustris”, einer “bedeutenden Schule”, veranlasste, reagierte er auch auf die Herausforderungen seiner Zeit: begabten Söhnen der Grafschaft durch das Lernen der klassischen Sprachen, insbesondere des Lateinischen, den Weg zu wissenschaftlichen Studien zu ermöglichen. Heute hat sich die Rolle des Lateinischen zwar verändert, dennoch fühlen wir uns den klassischen Sprachen weiterhin verbunden. Die Beschäftigung mit ihnen ermöglicht auch heute noch jungen Menschen, sich mit der in der Antike entwickelten Art, Philosophie und Naturwissenschaft zu betreiben, auseinander zu setzen. Durch sie wurde (und wird) Europa geprägt; die Kenntnis des Vergangenen ist eine Hilfe zum Verständnis der Gegenwart und für die Gestaltung der Zukunft. Die Förderung des Fremdsprachenlernens und des Unterrichts in den Naturwissenschaften und der Mathematik prägen heute das Profil unserer Schule. Der Geschichte und Tradition des Gymnasium Adolfinum verpflichtet sein, muss immer auch heißen, Neues zu wagen, sich den Anforderungen der Gegenwart an eine moderne und sich entwickelnde Schule zu stellen. Dazu gehört auch die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, wie die Schule im November 2000 z. B. mit der Übergabe des Denkmals für die ehemaligen jüdischen Schüler an die Öffentlichkeit eindrucksvoll demonstriert hat. Die erste Schulprogrammfassung des Gymnasium Adolfinum Moers erschien im Sommer 2001. Der damaligen Präambel entnehmen wir, dass ein „Schulprogramm …ein bleibender Auftrag“ sei, weshalb wir jetzt im Frühling 2008 eine überarbeitete Fassung des Schulprogramms formuliert haben. Die Gliederung wurde insofern umgestaltet, dass die Veränderung des Schulprogramms, als Resultat ständiger Evaluation unserer Arbeit, deutlich leichter fällt. Nach der Präambel folgt eine Beschreibung möglicher Laufbahnen durch unsere Schule. Aus dem Titel dieses Textes „Adolfinum – Individualisierte Wege durch das Gymnasium“ wird deutlich, dass uns die Anpassung der Ausbildung an die individuellen Bedingungen unserer Schülerinnen und Schüler wichtig ist. Die ausführlichen Erklärungen und Beschreibungen unserer Arbeit erfolgt im Konzeptionsteil des Schulprogramms. Hier werden alle Konzepte und Arbeitsstrukturen einzeln und ausführlich erläutert. Dies ermöglicht eine leichte Überarbeitung jedes einzelnen Bausteins, dessen Bedeutung für die Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler aus dem Text „Adolfinum – Individualisierte Wege durch das Gymnasium“ hervorgeht. Mit der vorliegenden schriftlichen Fassung unseres Schulprogramms hoffen wir, in Grundfragen unserer Arbeit zu einer Einigung gekommen zu sein, an denen sich unsere Schule in Zukunft messen lassen kann. Dennoch ist dies nicht der Endpunkt, an dem wir stehen bleiben möchten. Von Anfang an stand für uns der Prozess im Vordergrund. – Für die Zukunft stellen wir uns vor, dass der Arbeitskreis Schulentwicklung weiterhin als Planungsgruppe für schulische Entwicklung steht und damit eine zentrale Aufgabe im Schulalltag behält. Es bleibt wünschenswert, dass an dieser Entwicklung weiterhin Eltern und/oder Erziehungsberechtigte, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler in gewohnter Konstruktivität gemeinsam arbeiten. Allem voraus formulieren wir vier Grundsätze als Basis für die Ausrichtung des Gymnasium Adolfinum als allgemein bildende Schule in städtischer Trägerschaft:

Schulprogramm des Gymnasium Adolfinum, Moers (Stand: 19.05.2008) Teil 1: Präambel Seite 2 von 3 1.1 Unsere Schule kümmert sich um ihre Schülerinnen und Schüler Die wichtigste Vorgabe für unsere Schule sind die uns anvertrauten Kinder und Heranwachsenden, so, wie sie sind. Wir wollen sie als einzelne, unverwechselbare Individuen mit ihren Stärken und Schwächen in allen Situationen ernst nehmen. Ein Ziel ist der individuelle Erfolg in der Schule als Basis für die Gestaltung des Lebens, welches wir durch Diagnose, Beratung, Förderung und Herausforderung in enger Kooperation mit den Eltern und/oder Erziehungsberechtigten erreichen wollen. Wir bemühen uns besonders darum, die Schülerinnen und Schüler sozial und emotional in das Schulleben einzubinden, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dazuzugehören und ihnen etwas von einem „Zuhause“ zu bieten. Auch dabei wollen wir die Eltern und/oder Erziehungsberechtigten mit einbeziehen. 1.2 Unsere Schule unterrichtet und erzieht Das Adolfinum hat – wie alle Schulen – die Aufgabe, die Heranwachsenden mit den Grundlagen unserer Kultur vertraut zu machen. Bildung heißt für uns, sich diese Grundlagen individuell und gemeinsam mit anderen zu erschließen, zu einer eigenständigen Persönlichkeit heranzureifen, sich Sinn- und Wertfragen zu stellen, sich in der Demokratie zu bewähren, soziale Kompetenz zu erlangen sowie wissenschaftliche Verfahren zu erlernen. Formen und Wirkungen ästhetischen Gestaltens zu erproben und zu verstehen gehört zu unserem Verständnis von Bildung ebenso wie die Hinführung zu einem verantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper und der Gesundheit. Die Grundlage dazu bildet der didaktisch abgesicherte Fachunterricht, der an Problem- und/oder Handlungssituationen anknüpft und Erlebnisse und Erfahrungen ebenso braucht wie Übung und Systematik. Neuere lernpsychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass eine klare Strukturierung und Sinnhaftigkeit der Inhalte, eine angeregte oder dargebotene Vernetzung, das Zulassen individueller Lernwege, eine auf Ordnungsrahmen, Stringenz und effektive Lernzeit achtende Klassenführung sowie die Ausbildung von fachübergreifenden methodischen Kompetenzen die wichtigsten Kriterien für einen erfolgreichen Unterricht darstellen. Daran wollen wir uns orientieren. Lernfreude, Neugier und Ernsthaftigkeit sowie der Wille, überhaupt etwas lernen zu wollen, sind aber ebenso wie Fleiß, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit unabdingbare Voraussetzungen dafür, dass im zeitlich zur Verfügung stehenden Rahmen die notwendige Sicherheit in der Anwendung erreicht sowie flexibles Wissen und damit Problemlösekompetenz aufgebaut werden kann. Neben der lernpsychologisch begründeten Bedeutung der Vernetzung sind es auch die zentralen Lernerfolgskontrollen (Lernstandserhebungen, zentrale Prüfungen), die eine weitreichende inhaltliche und methodische Abstimmung auf Seiten der Lehrenden erfordern – auch über die betroffenen Fächer hinaus. Lernen als individueller Prozess, der sich im sozialen Kontext vollzieht, ist angewiesen auf kooperatives Handeln, Selbstverantwortung und Selbsttätigkeit und deshalb in unseren Augen von Erziehung nicht zu trennen. 1.3 Unsere Schule trägt als Teil der Gesellschaft Verantwortung Demokratie und Schule sind wechselseitig aufeinander angewiesen. Unsere Schule möchte deshalb selbst ein Vorbild für die Gesellschaft sein, aus der sie lebt und auf die hin sie erzieht. Sie will ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche die Erfahrung machen, dass jede/jeder Einzelne gebraucht wird und zählt. Sie will ihnen aber auch Zuversicht mitgeben und deutlich machen, dass Regeln und Ordnungen hilfreich und notwendig sind. Die Werte, zu denen unsere Schule erzieht, sind mehr als Unterrichtsstoff. Selbstständigkeit und Verantwortung, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Empathie und Achtung müssen im täglichen Umgang miteinander gelebt werden. Dazu gehört auch, dass wir von Schülerinnen und Schülern gemäß Schulprogramm des Gymnasium Adolfinum, Moers (Stand: 19.05.2008) Teil 1: Präambel Seite 3 von 3 ihren individuellen Möglichkeiten zusätzliches Engagement für die Gemeinschaft (z. B. Übernahme von Ehrenämtern, SV-Arbeit) und die Annahme von besonderen Lernherausforderungen erwarten. So werden sie darauf vorbereitet, auch später in der Gesellschaft – und für diese – leitende oder verantwortungsvolle Funktionen zu übernehmen. Andere Kulturen zu kennen und zu achten, gemeinsam zu feiern, etwas zu unternehmen (z. B. Klassenfahrten, Exkursionen, sportliche Aktivitäten) und freie Zeit selbstverantwortlich zu gestalten, sich für andere einzusetzen und sich in der Arbeitswelt zu orientieren, sind aus unserer Sicht für die Suche eines jungen Menschen nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft ebenso grundlegend, wie die Vorbereitung auf ein lebenslanges Lernen. Die Mitwirkung von Eltern und/oder Erziehungsberechtigten, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern bei Entscheidungsprozessen soll beispielhaft für die politische Arbeit in einer Demokratie sein und hat deshalb für uns einen sehr hohen Stellenwert. 1.4 Unsere Schule entwickelt sich, bewahrt, innoviert und experimentiert Unsere Schule möchte auch darin Vorbild sein, dass sie selbst mit dem gleichen Ernst lernt und an sich arbeitet, wie sie es den Kindern und Jugendlichen vermitteln will. Sie ist eine sich entwickelnde Institution und bleibt sich darin zugleich treu. Gerade unsere lange Geschichte und die enge Verbundenheit der ehemaligen Schülerinnen und Schüler sowie der gesamten Bevölkerung mit unserer Schule verpflichtet uns zur Wahrung der Traditionen und des Ansehens und ermöglicht uns aufgrund der Unterstützung zugleich zu innovieren und zu experimentieren. Dabei werden wir in allen Bereichen in besonderer Weise durch die schulnahen Vereine – Gesellschaft der Freunde und Förderer des Gymnasium Adolfinum, Verein ehemaliger Adolfiner und Cafeteria-Verein – unterstützt. Unsere Arbeit ist nie abgeschlossen, weil wir auf sich wandelnde Bedingungen und Anforderungen jeweils neu antworten müssen.